ISO 27001DSGVO

ISO 27001 vs. DSGVO: Sicherheit oder Datenschutz?

Brauchst du ISO 27001 oder DSGVO — oder beides? Finde heraus, wie diese Standards deine Compliance-Strategie beeinflussen und wann beide erforderlich sind.

Überblick

ISO/IEC 27001:2022 ist ein international anerkannter Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Er richtet sich an Organisationen, die ein strukturiertes Vorgehen zur Sicherung ihrer Informationen etablieren möchten. Der Standard umfasst 93 Kontrollen, die dazu beitragen, Informationssicherheitsrisiken zu identifizieren und zu managen.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist eine EU-weite Verordnung, die den Schutz personenbezogener Daten regelt. Sie ist für jede Organisation bindend, die Daten von EU-Bürgern verarbeitet, unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Die DSGVO hat hohe Bußgelder für Verstöße festgelegt, die bis zu 4% des Jahresumsatzes oder 20 Millionen Euro betragen können.

Obwohl ISO 27001 und DSGVO unterschiedliche Schwerpunkte haben — Informationssicherheit versus Datenschutz — sind sie keineswegs konkurrierend. Vielmehr ergänzen sie sich, da ein robustes ISMS auch zur Erfüllung von Datenschutzanforderungen beitragen kann. In der EU und insbesondere in Deutschland, wo Regulierungen wie BaFin und BSI zusätzliche Anforderungen setzen, ist es oft sinnvoll, beide Standards zu berücksichtigen.

Unternehmen sollten ISO 27001 in Betracht ziehen, wenn sie ein umfassendes Sicherheitsmanagementsystem implementieren möchten. DSGVO ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeitet werden. In vielen Fällen ist eine kombinierte Umsetzung sinnvoll, um sowohl Sicherheits- als auch Datenschutzanforderungen gerecht zu werden.

ISO 27001 vs. DSGVO im Vergleich

KriteriumISO 27001DSGVO
GeltungsbereichInformationssicherheitsmanagementSchutz personenbezogener Daten
ZertifizierungJa, möglichNein
RechtsverbindlichkeitFreiwilligGesetzlich bindend
KostenHoch, je nach UmfangVariabel, abhängig von Datenverarbeitung
Gültigkeitsdauer3 Jahre (Zertifikat)Dauerhaft, solange Daten verarbeitet werden
Branchen-FokusBranchenübergreifendAlle, die Daten von EU-Bürgern verarbeiten
Audit-TypExterne ZertifizierungsauditsInterne und externe Audits bei Verstößen
Bußgelder/KonsequenzenKeine direkten BußgelderBis zu 20 Mio. EUR oder 4% des Umsatzes

Gemeinsamkeiten

Risikomanagement

Beide Standards fordern ein effektives Risikomanagement. Implementierst du eine Risikobewertung nach ISO 27001, deckst du viele der Risikomanagement-Anforderungen der DSGVO ab.

Schutzmaßnahmen

Sowohl ISO 27001 als auch DSGVO verlangen Schutzmaßnahmen für die Informationssicherheit. Eine Maßnahme zur Zugriffskontrolle erfüllt Anforderungen beider Standards.

Mitarbeiterschulung

Die Schulung der Mitarbeiter in Sicherheitspraktiken ist ein gemeinsames Thema. Eine Sicherheitsbewusstseins-Schulung nach ISO 27001 unterstützt auch die DSGVO-Konformität.

Vorfallmanagement

Beide setzen effektives Vorfallmanagement voraus. Ein Incident-Response-Plan nach ISO 27001 hilft, DSGVO-Meldepflichten bei Datenschutzverletzungen zu erfüllen.

Zentrale Unterschiede

Geltungsbereich

ISO 27001 fokussiert auf Informationssicherheitsmanagement insgesamt, während sich die DSGVO spezifisch auf den Schutz personenbezogener Daten konzentriert.

Zertifizierung

ISO 27001 bietet eine formale Zertifizierungsmöglichkeit, während die DSGVO keine Zertifizierung, sondern gesetzliche Compliance erfordert.

Rechtsverbindlichkeit

Die DSGVO ist eine gesetzlich bindende Verordnung in der EU. ISO 27001 ist freiwillig, jedoch oft vertraglich erforderlich.

Kosten

ISO 27001 kann hohe Implementierungskosten mit sich bringen. DSGVO-Compliance-Kosten variieren je nach Organisationsgröße und Datenverarbeitung.

Industriefokus

ISO 27001 ist branchenübergreifend anwendbar. DSGVO betrifft alle Organisationen, die personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeiten.

Welchen Standard wählen?

Wähle ISO 27001, wenn dein Unternehmen ein umfassendes Informationssicherheitsmanagement implementieren möchte, das über den Datenschutz hinausgeht und Informationssicherheitsrisiken systematisch adressiert. Dies ist besonders relevant für Organisationen, die mit sensiblen oder wertvollen Daten arbeiten, die nicht unbedingt personenbezogen sind.

Die DSGVO ist zwingend erforderlich, wenn du personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeitest. Sie bietet rechtlichen Schutz und vermeidet erhebliche Bußgelder. Wenn deine Organisation in der EU tätig ist oder EU-Daten verarbeitet, ist die DSGVO ein Muss.

Beide Standards sind ideal für Unternehmen, die sowohl ein hohes Maß an Informationssicherheit als auch datenschutzrechtliche Konformität anstreben. Mit Kopexa kannst du durch Cross-Framework-Mapping effizient Dual-Compliance erreichen, indem du Maßnahmen implementierst, die beide Standards abdecken.

Synergien: Beide Standards effizient umsetzen

Die Implementierung beider Standards zusammen bietet erhebliche Synergien. Durch die Einführung von ISO 27001 können bereits viele der Sicherheitsanforderungen der DSGVO erfüllt werden. Zum Beispiel deckt eine Risikobewertung nach ISO 27001 etwa 70% der Anforderungen der DSGVO an ein Risikomanagement ab.

Kopexa bietet hier eine wertvolle Unterstützung durch Cross-Framework-Mapping. Du kannst eine Maßnahme implementieren und gleichzeitig mehrere Standards erfüllen. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch die Komplexität der Einhaltung mehrerer Standards.

Ein konkretes Beispiel: Die Kontrolle des Zugriffs auf Informationen, die für ISO 27001 erforderlich ist, erfüllt gleichzeitig die DSGVO-Anforderungen für den Schutz personenbezogener Daten. Mit dem Kopexa-Dashboard kannst du den Abdeckungsgrad zwischen den Standards überwachen und sicherstellen, dass keine Lücken bestehen.

Häufig gestellte Fragen

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