§ 38 BDSG · Art. 37 DSGVO

Brauchst du einen Datenschutzbeauftragten?

Vier Trigger-Kriterien entscheiden, ob du nach BDSG oder DSGVO bestellpflichtig bist. Unser Checker geht sie in 60 Sekunden mit dir durch — anonym, ohne Anmeldung, ohne Datenspeicherung.

60s
Bearbeitungszeit
0
Daten gespeichert
5
Fragen, fertig

Vier Trigger

Eins reicht

20+ Personen mit automatisierter Verarbeitung

§ 38 BDSG

Kerntätigkeit: umfangreiche Überwachung

Art. 37 DSGVO

Verarbeitung besonderer Datenkategorien

Art. 9 DSGVO

Behörde / öffentliche Stelle

Art. 37 DSGVO

Kein Trigger?Freiwillig empfohlen

Interaktiver Checker

5 Fragen. Klare Einschätzung.

Antworte mit Ja oder Nein. Bei jedem „Ja" auf einen Trigger zeigt der Checker sofort an, ob die Bestellpflicht greift — und auf welcher Rechtsgrundlage.

Bestellpflicht-Checker

5 Fragen nach § 38 BDSG und Art. 37 DSGVO. Keine Anmeldung, keine Datenspeicherung.

Bestellpflicht-Prüfung
1

Ist eine Kerntätigkeit deines Unternehmens die umfangreiche regelmäßige und systematische Überwachung von betroffenen Personen?

Beispiele: Verhaltens-Tracking, Behavioral Targeting, Standortverfolgung, KI-basierte Personalisierung in großem Umfang.

2

Ist eine Kerntätigkeit deines Unternehmens die umfangreiche Verarbeitung besonderer Datenkategorien (Art. 9 DSGVO)?

Gesundheitsdaten, biometrische Daten, ethnische Herkunft, religiöse oder politische Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, Sexualleben oder strafrechtliche Daten.

3

Verarbeiten in der Regel mindestens 20 Personen ständig automatisiert personenbezogene Daten?

Wenn 20 oder mehr Personen z.B. im CRM, ERP, in der Buchhaltung oder im Newsletter-Tool dauerhaft mit personenbezogenen Daten arbeiten, gilt § 38 BDSG.

4

Führt dein Unternehmen Verarbeitungen durch, die eine Datenschutz-Folgenabschätzung erfordern?

Z.B. groß angelegte Profilbildung, Videoüberwachung öffentlicher Bereiche, biometrische Identifikation, Bonitätsbewertung.

5

Bist du eine Behörde oder öffentliche Stelle (außer Gerichte in justizieller Tätigkeit)?

Bundesbehörden, Landesbehörden, Kommunen, öffentlich-rechtliche Anstalten, Hochschulen.

Diese Einschätzung ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel beauftrage einen DSB oder einen Fachanwalt für IT-Recht.

Was bei Verstoß droht

Art. 83 Abs. 4 DSGVO

bis 10 Mio. EUR

oder 2 % des weltweiten Konzernumsatzes

— der jeweils höhere Wert

Reine Bestell-Verstöße liegen in der Praxis bei 5.000 bis 50.000 EUR. Aber: eine fehlende DSB-Funktion deutet auf strukturelle Datenschutz-Defizite hin — und die ziehen weitere Verstöße ins Verfahren.

Drei prominente Verfahren

H&M

35,3 Mio. EUR

2020 · HmbBfDI

Umfassende Mitarbeiterüberwachung im Servicecenter. Personenbezogene Daten ohne Rechtsgrundlage über Jahre gesammelt.

Deutsche Wohnen

14,5 Mio. EUR

2019 · BlnBDI

Personenbezogene Daten ehemaliger Mieter ohne Erforderlichkeit vorgehalten — Verstoß gegen Speicherbegrenzung (Art. 5 DSGVO).

AOK Baden-Württemberg

1,24 Mio. EUR

2020 · LfDI BW

Datenpannen bei einem Mitglieder-Gewinnspiel. Adressen ohne wirksame Einwilligung weiterverarbeitet.

Quellen: Pressemitteilungen der zuständigen Aufsichtsbehörden. Genannte Beträge sind die ursprünglich verhängten Bußgelder.

Die Rechtsgrundlagen

Eine EU-Norm. Eine deutsche Verschärfung.

Art. 37 DSGVO definiert drei Trigger für ganz Europa. § 38 BDSG ergänzt für Deutschland die Mitarbeiter-Schwelle, die alle anderen EU-Länder so nicht haben.

Art. 37 DSGVOEU

Drei Konstellationen — bestellpflichtig.

  • a

    Behörde / öffentliche Stelle

    Bund, Länder, Kommunen, öffentlich-rechtliche Anstalten. Ausnahme: Gerichte in justizieller Tätigkeit.

  • b

    Kerntätigkeit Überwachung

    Umfangreiche regelmäßige systematische Überwachung — Behavioral Targeting, Standortverfolgung, KI-Profiling, große Webanalyse.

  • c

    Kerntätigkeit besondere Daten

    Umfangreiche Verarbeitung von Gesundheits-, Biometrie-, Genetik-, Religions- oder Gewerkschaftsdaten.

§ 38 BDSGNur Deutschland

20-Personen-Schwelle obendrauf.

Über die DSGVO hinaus verlangt § 38 Abs. 1 BDSG einen DSB, sobald in der Regel mindestens 20 Personen ständig automatisiert mit personenbezogenen Daten beschäftigt sind.

„Werkstudenten, Aushilfen und Praktikanten zählen mit, wenn sie regelmäßig im CRM, ERP oder Newsletter-Tool arbeiten. Die Schwelle ist schneller erreicht, als die meisten denken."

Update 2019: Die alte 10-Personen-Regel wurde mit der BDSG-Novelle auf 20 angehoben. Wer mit der 10er-Schwelle plant, rechnet veraltet.

Auch ohne Pflicht

Drei Gründe, freiwillig zu bestellen.

Investoren-Hygienefaktor

Spätestens vor Series-A erwarten VCs einen DSB samt VVT und DPIA-Workflow. Frühe Strukturen kosten weniger als nachträgliche Sanierung.

Enterprise-Vertriebsfähigkeit

Großkunden verlangen im Vendor-Onboarding den Nachweis eines benannten DSB. Ohne DSB scheiterst du an der ersten Compliance-Frage.

Wachstums-Schwelle

Bei schnellem Personalaufbau kippt die 20-Personen-Schwelle in 6–12 Monaten. Rückwirkend zu organisieren ist unangenehm — proaktiv günstig.

Was ein freiwilliger DSB kostet?Kosten ansehen

Häufige Fragen zur Bestellpflicht

Externen Datenschutzbeauftragten anfragen

Wir matchen dich mit einem zertifizierten DSB aus dem Kopexa Partner-Netzwerk – passend zu Branche, Standort und Sprache. Antwort innerhalb eines Werktags.

Partner-Netzwerk statt Einzelkämpfer

Zugriff auf zertifizierte DSB mit unterschiedlichen Branchenschwerpunkten.

Komplette GRC-Suite im Pro-Plan

Kopexa Pro (599 EUR/Monat): unbegrenzte Frameworks, OSCAL-Support, Vendor- und Asset-Management, Cross-Framework-Mapping, Audit & Assessments. Nicht nur DSB-Tooling.

Transparente Pauschalpreise

DSB-Pauschale + Plattform-Lizenz separat ausgewiesen. Keine versteckten Tool-Kosten.

Mit dem Absenden stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu.