ISO 27001DORA

ISO 27001 vs. DORA: Was brauchst du wirklich?

Stehst du vor der Entscheidung zwischen ISO 27001 und DORA? Hier erfährst du, wann welcher Standard für dich sinnvoll ist — oder ob du beide benötigst.

Überblick

ISO/IEC 27001:2022 (ISO 27001) ist ein international anerkannter Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Er definiert Anforderungen an den Aufbau, die Implementierung, den Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung eines ISMS. Besonders relevant ist ISO 27001 für Unternehmen, die ihre Informationssicherheit systematisch verwalten möchten.

Der Digital Operational Resilience Act (DORA) ist eine EU-Verordnung, die ab Januar 2025 für alle Finanzdienstleister und deren ICT-Drittanbieter verbindlich ist. DORA fokussiert auf das ICT-Risikomanagement und die Incident-Berichterstattung, um die operationale Resilienz im Finanzsektor zu stärken.

Obwohl beide Standards Aspekte der Informationssicherheit abdecken, sind sie nicht direkt konkurrierend, sondern eher komplementär. ISO 27001 ist branchenübergreifend anwendbar, während DORA spezifisch für den Finanzsektor in der EU konzipiert wurde. Unternehmen im Finanzsektor könnten von einer Implementierung beider Standards profitieren, da ISO 27001 die Grundlage für ein umfassendes Sicherheitsmanagement legt und DORA die spezifischen regulatorischen Anforderungen im Finanzbereich adressiert.

Für Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ist DORA nicht relevant, sodass ISO 27001 allein ausreichend sein kann. Für Finanzdienstleister hingegen kann die Kombination beider Standards eine umfassendere Absicherung bieten, insbesondere wenn bereits eine Zertifizierung nach ISO 27001 existiert, die viele Anforderungen von DORA abdeckt.

ISO 27001 vs. DORA im Vergleich

KriteriumISO 27001DORA
GeltungsbereichBranchenübergreifendFinanzsektor EU
ZertifizierungErforderlichNicht erforderlich
RechtsverbindlichkeitFreiwilligVerbindlich
KostenVariabel, oft hochNiedriger, Anpassungen erforderlich
Gültigkeitsdauer3 Jahre mit ÜberwachungsauditsUnbefristet, kontinuierliche Einhaltung erforderlich
Branchen-FokusUniversellFinanzsektor
Audit-TypExterner AuditInterne Kontrolle und Berichterstattung
Bußgelder/KonsequenzenVertraglich bedingtHohe Bußgelder bei Nichteinhaltung

Gemeinsamkeiten

Risikomanagement

Beide Standards fordern ein effektives Risikomanagement. Implementierst du ein Risikobewertungssystem nach ISO 27001, deckst du damit auch die Anforderungen von DORA ab.

Incident Management

Sowohl ISO 27001 als auch DORA legen großen Wert auf Incident Management. Eine gut dokumentierte Incident-Response-Strategie erfüllt zentrale Anforderungen beider Standards.

Kontinuierliche Verbesserung

Die kontinuierliche Verbesserung ist ein Kernprinzip beider Standards. Durch regelmäßige Audits und Reviews nach ISO 27001 erfüllst du automatisch die Anforderungen von DORA zur Resilienzsteigerung.

Dokumentation

Beide Standards verlangen umfassende Dokumentation von Prozessen und Maßnahmen. Eine einmalige Dokumentationsstruktur kann für beide Anforderungen genutzt werden.

Zentrale Unterschiede

Geltungsbereich

ISO 27001 ist universell für alle Branchen anwendbar, während DORA spezifisch für den Finanzsektor innerhalb der EU gilt.

Zertifizierung

ISO 27001 erfordert eine formale Zertifizierung über externe Auditoren, DORA hingegen ist eine regulatorische Anforderung ohne formalen Zertifizierungsprozess.

Rechtsverbindlichkeit

DORA ist als EU-Verordnung rechtlich bindend für den Finanzsektor, während ISO 27001 freiwillig ist, aber durch vertragliche Anforderungen verpflichtend werden kann.

Kosten

Die Implementierung und Zertifizierung nach ISO 27001 kann teuer sein, abhängig von Unternehmensgröße und Komplexität. DORA erfordert interne Anpassungen, die oft weniger kostenintensiv sind.

Branchenspezialisierung

ISO 27001 ist branchenübergreifend und bietet Flexibilität, wohingegen DORA sich auf die spezifischen Bedürfnisse des Finanzsektors konzentriert.

Welchen Standard wählen?

Wähle ISO 27001, wenn dein Unternehmen branchenübergreifend tätig ist und du eine anerkannte Zertifizierung für dein Informationssicherheitsmanagement anstrebst. Diese Norm ist ideal, wenn du einen umfassenden Ansatz zur Verwaltung von Informationssicherheitsrisiken benötigst.

Entscheide dich für DORA, wenn du im Finanzsektor tätig bist und von den EU-Vorgaben betroffen bist. DORA ist verpflichtend und stärkt deine digitale operative Resilienz gegen ICT-Risiken.

Du brauchst beide Standards, wenn du ein Finanzdienstleister bist, der schon nach ISO 27001 zertifiziert ist. Dies ermöglicht eine effizientere Erfüllung der DORA-Anforderungen. Mit Kopexa kannst du durch Cross-Framework-Mapping Implementierungen optimieren und Synergien nutzen.

Synergien: Beide Standards effizient umsetzen

Die Implementierung beider Standards zusammen kann erhebliche Synergien schaffen, vor allem durch die Überlappung im Risikomanagement und Incident Management. Durch die Einführung eines ISO 27001-konformen Risikomanagements deckst du bereits viele der DORA-Anforderungen ab.

Ein konkretes Beispiel: Die Risikobewertung nach ISO 27001 kann bis zu 70% der DORA-Anforderungen abdecken. Dies reduziert den Aufwand und die Kosten für die separate Erfüllung der DORA-Anforderungen erheblich.

Kopexa bietet hier einen entscheidenden Vorteil: Durch die Cross-Framework-Mapping-Funktion kannst du Maßnahmen effizienter umsetzen und den Abdeckungsgrad zwischen beiden Standards übersichtlich im Dashboard tracken. Dies spart nicht nur Zeit, sondern minimiert auch das Risiko von Doppelarbeit und erhöht die Compliance-Transparenz.

Häufig gestellte Fragen

ISO 27001 + DORA mit einem Tool

Nutze Kopexa, um beide Standards effizient zu implementieren und überschneidende Anforderungen zu identifizieren.

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