ISO 27001 vs. ISO 27701: Sicherheit oder Datenschutz?
Dieser Vergleich bezieht sich auf ISO/IEC 27001:2022 und die aktuelle Fassung ISO/IEC 27701:2025. ISO 27001 schützt deine Informationen. ISO 27701 schützt personenbezogene Daten. Hier erfährst du, wann du welchen Standard brauchst und wie beide zusammenspielen.
Überblick
ISO/IEC 27001:2022 ist der weltweite Standard für Informationssicherheit. Er beschreibt ein Informationssicherheits-Managementsystem, kurz ISMS. Das ISMS schützt drei Dinge: die Vertraulichkeit, die Integrität und die Verfügbarkeit deiner Informationen. Der Standard arbeitet risikobasiert. Du entscheidest anhand deiner Risiken, welche Maßnahmen du brauchst.
ISO 27001 enthält 93 Maßnahmen im Anhang A. Sie sind in vier Themen geordnet: 37 organisatorische, 8 personenbezogene, 14 physische und 34 technologische Maßnahmen. Welche davon du nutzt, hältst du in der Erklärung zur Anwendbarkeit fest. Das Zertifikat gilt drei Jahre. Jedes Jahr prüft ein Überwachungsaudit, ob dein ISMS noch wirkt.
ISO/IEC 27701:2025 ist der Standard für Datenschutz. Er beschreibt ein Datenschutz-Managementsystem, kurz DSMS. Das DSMS schützt personenbezogene Daten. Die Norm verweist direkt auf die DSGVO und auf Datenschutz-Standards wie ISO/IEC 29100. Sie trennt klar zwei Rollen: die verantwortliche Stelle und den Auftragsverarbeiter. Für jede Rolle gelten eigene Pflichten.
Mit der Fassung 2025 hat sich ISO 27701 grundlegend geändert. Die alte Fassung von 2019 war nur ein Anhang zu ISO 27001. Allein war sie nicht nutzbar. Die neue Fassung 2025 ist eine eigenständige Norm. Sie nutzt dieselbe Struktur wie andere ISO-Managementsysteme. Du kannst sie allein umsetzen oder mit ISO 27001 verbinden.
In der EU und im DACH-Raum zählen beide Standards. ISO 27001 schafft die sichere Basis. ISO 27701 ergänzt den Datenschutz. Kunden, Aufsichtsbehörden und Ausschreibungen fragen oft beides ab. Mit Kopexa setzt du beide Standards in einem System um. Bestehende Nachweise nutzt du dabei mehrfach.
ISO 27001 vs. ISO 27701 im Vergleich
| Kriterium | ISO 27001 | ISO 27701 |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Informationssicherheit | Datenschutz |
| Managementsystem | ISMS (Informationssicherheit) | DSMS (Datenschutz) |
| Aktuelle Fassung | ISO/IEC 27001:2022 | ISO/IEC 27701:2025 |
| Eigenständigkeit | Eigenständige Norm | Seit 2025 eigenständig, vorher nur Erweiterung |
| Zertifizierung | Eigenständig möglich | Eigenständig oder kombiniert mit ISO 27001 |
| Maßnahmen | 93 Controls in Anhang A | Datenschutz-Maßnahmen für beide Rollen |
| DSGVO-Bezug | Indirekt, über die Sicherheit der Verarbeitung | Direkt, die Norm mappt auf die DSGVO |
| Rollenmodell | Keine Rollenunterscheidung | Verantwortliche Stelle und Auftragsverarbeiter |
| Zielgruppe | Alle Organisationen | Organisationen mit personenbezogenen Daten |
| Gültigkeitsdauer | 3 Jahre, mit jährlichen Überwachungsaudits | 3 Jahre, mit jährlichen Überwachungsaudits |
Gemeinsamkeiten
Gleiche Grundstruktur
Beide Standards nutzen dieselbe gleiche Struktur. Wer ein ISMS nach ISO 27001 aufgebaut hat, kennt den Aufbau von ISO 27701 bereits. Das macht die Kombination einfach.
Risikobasierter Ansatz
ISO 27001 und ISO 27701 verlangen beide einen risikobasierten Ansatz. Du beurteilst Risiken und behandelst sie nach festen Kriterien. Der Risikoprozess lässt sich für beide Standards gemeinsam führen.
Verantwortung des Managements
Beide Standards fordern das klare Engagement der obersten Leitung. Das Management gibt die Politik vor und stellt Ressourcen bereit. Setzt du das für ISO 27001 um, erfüllst du es auch für ISO 27701.
Dokumentation und Nachweise
ISO 27001 und ISO 27701 verlangen beide dokumentierte Informationen und Nachweise. Eine saubere Dokumentation für den einen Standard deckt einen großen Teil des anderen mit ab.
Kontinuierliche Verbesserung
Beide Standards setzen auf fortlaufende Verbesserung. Interne Audits, Managementbewertung und Korrekturmaßnahmen funktionieren in beiden Systemen nach dem gleichen Prinzip.
Zentrale Unterschiede
Schutzobjekt
ISO 27001 schützt alle Informationen deiner Organisation. ISO 27701 schützt gezielt personenbezogene Daten. Der eine Standard sorgt für Sicherheit, der andere für Datenschutz.
Art des Managementsystems
ISO 27001 beschreibt ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS). ISO 27701 beschreibt ein Datenschutz-Managementsystem (DSMS). Beide folgen derselben Grundlogik, haben aber ein anderes Ziel.
Eigenständigkeit seit 2025
Die alte Fassung ISO 27701:2019 war nur eine Erweiterung von ISO 27001. Die neue Fassung ISO 27701:2025 ist eine eigenständige Norm. Du kannst sie heute auch ohne ISO 27001 umsetzen.
Rollenmodell
ISO 27701 unterscheidet klar zwischen verantwortlicher Stelle und Auftragsverarbeiter. Für jede Rolle gelten eigene Maßnahmen. ISO 27001 kennt diese Trennung nicht.
Regulatorischer Bezug
ISO 27701 verweist direkt auf die DSGVO und auf Datenschutz-Standards wie ISO/IEC 29100. ISO 27001 deckt Datenschutz nur indirekt ab, über die Sicherheit der Verarbeitung.
Maßnahmenkatalog
ISO 27001 enthält 93 Controls in Anhang A. ISO 27701 ergänzt diese um Maßnahmen, die speziell den Schutz personenbezogener Daten betreffen.
Welchen Standard wählen?
Wähle ISO/IEC 27001:2022, wenn dein Hauptziel die Informationssicherheit ist. Der Standard schützt alle Arten von Informationen und passt für jede Branche. Er ist die solide Basis für ein sicheres Unternehmen. Viele Kunden und Partner verlangen genau dieses Zertifikat.
Wähle ISO/IEC 27701:2025, wenn der Datenschutz im Mittelpunkt steht. Der Standard hilft dir, deine DSGVO-Pflichten klar nachzuweisen. Seit der Fassung von 2025 kannst du ihn auch ohne ISO 27001 starten. Das ist besonders nützlich, wenn dein Risiko vor allem bei personenbezogenen Daten liegt.
Brauchst du Sicherheit und Datenschutz, ist die Kombination ideal. Du baust ein integriertes System statt zwei getrennter. Mit Kopexa setzt du beide Standards in einem System um. Bestehende Zertifizierungen nutzt du dabei voll aus.
Synergien: Beide Standards effizient umsetzen
Wer ISO/IEC 27001:2022 und ISO/IEC 27701:2025 zusammen umsetzt, spart spürbar Aufwand. Beide Standards teilen sich die gleiche Struktur. Sie nutzen denselben Risikoprozess. Sie verlangen ähnliche Dokumente. Du baust also nicht zwei getrennte Systeme auf, sondern ein integriertes.
Ein Beispiel: Eine Zugriffskontrolle schützt deine Informationen und gleichzeitig personenbezogene Daten. Eine Maßnahme erfüllt damit Anforderungen aus beiden Standards. Auch interne Audits, Schulungen und die Managementbewertung lassen sich bündeln. Ein kombiniertes Audit prüft beide Standards in einem Durchgang.
Genau hier hilft Kopexa. Das Cross-Framework-Mapping zeigt dir, welche Maßnahme auf welche Anforderung einzahlt. Im Dashboard verfolgst du den Abdeckungsgrad beider Standards an einer Stelle. So übersiehst du keine Anforderung und vermeidest doppelte Arbeit. Du arbeitest in Eigenregie oder mit einem Partner an deiner Seite, ganz wie es zu deinem Team passt.
Häufig gestellte Fragen
Beide Standards effizient umsetzen
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