Schutzbedarfsanalyse

Die Schutzbedarfsanalyse legt fest, wie schützenswert ein Informationswert oder Asset ist. Bewertet werden Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit, üblich in den Stufen normal, hoch und sehr hoch. Das Ergebnis steuert, welche Schutzmaßnahmen und Controls wirklich nötig sind.

Die Schutzbedarfsanalyse beantwortet die Frage, die jeder Informationssicherheit vorausgeht: Wie schützenswert ist dieser Wert eigentlich? Erst wenn der Schutzbedarf feststeht, lässt sich entscheiden, welche Maßnahmen angemessen sind und wo du sonst über- oder unterinvestierst.

Was bewertet wird

Pro Informationswert oder Asset bewertest du die drei [Schutzziele der Informationssicherheit] einzeln:

  • Vertraulichkeit. Wie schwer wiegt eine unbefugte Offenlegung?
  • Integrität. Wie schwer wiegt eine unbemerkte Verfälschung?
  • Verfügbarkeit. Wie schwer wiegt ein Ausfall?

Jedes Ziel wird getrennt eingestuft, weil ein Wert sehr unterschiedliche Profile haben kann. Eine öffentliche Webseite braucht hohe Verfügbarkeit, aber kaum Vertraulichkeit. Interne Gehaltsdaten genau umgekehrt.

Schutzbedarfskategorien

In der Praxis hat sich die dreistufige Skala aus dem BSI IT-Grundschutz durchgesetzt:

KategorieBedeutung
normalSchadensauswirkungen sind begrenzt und überschaubar
hochSchadensauswirkungen können beträchtlich sein
sehr hochSchadensauswirkungen können ein existenziell bedrohliches Ausmaß erreichen

Vom Einzelwert zur Kette

Eine Schutzbedarfsanalyse betrachtet nie nur einen einzelnen Wert isoliert. Werte hängen zusammen: Ein Server trägt mehrere Anwendungen, eine Anwendung verarbeitet mehrere Informationswerte. Damit der Schutzbedarf entlang dieser Kette nicht verwässert, kommen zwei Prinzipien zum Tragen, das [Maximumprinzip] und der [Kumulationseffekt].

In der Praxis

Im klassischen Vorgehen ist die Schutzbedarfsanalyse oft eine Excel-Übung, die nach dem ersten Audit veraltet. In Kopexa führst du die Analyse strukturiert pro Informationswert durch, die CIA-Werte werden automatisch nach dem Maximumprinzip entlang der Asset-Kette vererbt, und jede Änderung am Schutzbedarf bleibt historisch nachvollziehbar. Das Schema schlägt eine Einstufung vor, die du mit fachlicher Begründung überstimmen kannst.