Von Confluence zu Kopexa: Richtlinien übernehmen und kontrolliert weiterführen
Bestehende Richtlinien weiterverwenden, Änderungen prüfen und gültige Fassungen an Mitarbeitende bringen: So planst du den Wechsel von Confluence zu Kopexa.


Artikelserie
Dein ISMS umziehen
- Von Excel ins ISMS: So planst du die Datenmigration
- ISMS aus SharePoint migrieren: Dokumente und Rechte übernehmen
- ISMS-Software wechseln: Wie bleibt die Nachweishistorie erhalten?
- Von Confluence zu Kopexa: Richtlinien übernehmen und kontrolliert weiterführenDu liest gerade
Du musst eure Richtlinien beim Wechsel von Confluence zu Kopexa nicht neu schreiben. Beginne mit einer repräsentativen Seite, übernimm ihren Inhalt und prüfe das Ergebnis. Richte anschließend den Ablauf ein, für den ihr wechselt: Änderungen gemeinsam bearbeiten, eine konkrete Fassung prüfen, ihre Freigabe nachvollziehen und die gültigen Inhalte an Mitarbeitende bringen.
Vielleicht steht die Richtlinie längst in Confluence. Die offene Frage lautet aber: Wer muss der neuen Fassung noch zustimmen? Wann wird der Inhalt wieder geprüft? Und wie erreicht die Änderung diejenigen, die sie im Alltag beachten sollen? Wenn ihr diese Arbeit heute über mehrere Werkzeuge und Absprachen verteilt, lohnt sich ein Blick auf den gesamten Ablauf.
Dieser vierte Teil der Reihe „Dein ISMS umziehen“ behandelt Richtlinien aus Confluence. Die allgemeine Datenübernahme beschreibt Teil 1; die Sicherung früherer Versionen und Entscheidungen vertieft Teil 3 zur Nachweishistorie.
Das Wichtigste
- Inhalte weiterverwenden: Prüfe Copy-and-paste an einer echten Beispielseite, bevor ihr den gesamten Bestand übernehmt.
- Eine Fassung bewusst freigeben: Die Übernahme und die inhaltliche Zustimmung sind unterschiedliche Schritte.
- Review und Aktualität trennen: Eine neue Version braucht eine Entscheidung; der bereits gültige Inhalt braucht einen nächsten Prüfanlass.
- Mitarbeitende einbeziehen: Über den Workforce Hub lassen sich Richtlinien lesen und bestätigen sowie Wissen prüfen.
Wann lohnt sich der Wechsel eines Confluence-ISMS?
Confluence ist eine Arbeitsgrundlage für gemeinsames Wissen. Auch Freigaben können dort abgebildet werden: Atlassian beschreibt für Confluence Cloud Approval-Anfragen mit Zustimmung, Änderungsanforderung und Entscheidungsverlauf. Prüfe deshalb eure tatsächliche Einrichtung statt nur die Werkzeugnamen. Die Funktionen sind in der Atlassian-Dokumentation zu Freigaben beschrieben.
Für euren Wechsel sind konkretere Fragen entscheidend:
- Wollt ihr Richtlinien mit den dazugehörigen Vorgaben, Maßnahmen und Nachweisen in einer gemeinsamen ISMS-Arbeitsbasis führen?
- Soll die nächste Inhaltsprüfung direkt am Dokument mit Verantwortlichen und Termin sichtbar sein?
- Wollt ihr die Pflege im Fachteam mit der Vermittlung und Bestätigung bei Mitarbeitenden verbinden?
Kopexa führt diese Arbeit im Richtlinienmanagement und Workforce Hub zusammen. Der Nutzen entsteht im Arbeitsweg: Verantwortliche erkennen, was ansteht, Reviewer sehen ihre ausstehenden Entscheidungen und Mitarbeitende erhalten die für sie vorgesehenen Inhalte.
Das bedeutet nicht, dass euer gesamtes Unternehmenswiki umziehen muss. Ihr könnt den Wechsel auf ISMS-Richtlinien und relevante Arbeitsanweisungen begrenzen und Confluence für anderes Teamwissen weiterverwenden. Entscheidet dabei eindeutig, wo künftig die verbindliche Fassung gepflegt wird.
1. Welche Seiten sollen zu Richtlinien werden?
Wähle den Bestand nach seiner Aufgabe aus. Eine freigegebene Richtlinie, eine Diskussionsseite und eine persönliche Notiz brauchen nicht dieselbe Behandlung. Kläre für jede relevante Seite den Eigentümer, die gültige Fassung und die Zielgruppe.
Eine schlanke Übernahmeliste hilft:
| Quellinformation | Entscheidung für Kopexa |
|---|---|
| Confluence-Seite und Quellreferenz | Welches Dokument wird angelegt und wie bleibt die Herkunft auffindbar? |
| Gültiger Stand | Welche Fassung ist für den Start verbindlich? |
| Verantwortliche und bisherige Reviewer | Wer pflegt den Inhalt und wer prüft neue Versionen? |
| Links, Anhänge und eingebettete Inhalte | Was wird übernommen, neu zugeordnet oder bewusst referenziert? |
| Zielgruppe | Welche Mitarbeitenden sollen den Inhalt erhalten? |
| Historie und Freigaben | Was wird für frühere Entscheidungen als Originalreferenz benötigt? |
Wenn derselbe Inhalt an mehreren Stellen auftaucht, prüfe zuerst, ob es sich tatsächlich um dieselbe Fassung mit demselben Geltungsbereich handelt. Ein ähnlicher Titel allein rechtfertigt keine Zusammenführung.
2. Mit einer Testseite beginnen: Copy-and-paste prüfen
Für einzelne Richtlinien ist Copy-and-paste ein naheliegender Einstieg: Öffne die bestätigte Quellfassung, kopiere ihren Inhalt und füge ihn in den Kopexa-Dokumenteditor ein. Wähle dafür eine Seite mit typischen Elementen eures Bestands, etwa Überschriften, Listen, einer Tabelle und wichtigen Verweisen.
Prüfe anschließend Inhalt und Arbeitsfähigkeit:
- Sind Text, Überschriften und Listen vollständig und sinnvoll gegliedert?
- Sind Tabellen noch lesbar und ihre Zeilen und Spalten richtig zugeordnet?
- Können berechtigte Personen Bilder und Anhänge tatsächlich öffnen?
- Führen interne Links zum vorgesehenen Dokument oder weiterhin nur zur alten Confluence-Seite?
- Wie werden Makros, eingebettete Inhalte oder dynamisch erzeugte Abschnitte behandelt?
Übernimm die Bedeutung eines Elements bewusst. Eine dynamische Übersicht braucht im Ziel möglicherweise eine andere Umsetzung als eine gewöhnliche Textpassage. Halte fest, was nachgearbeitet werden muss, bevor die Fassung in den Review geht.
Für größere Bestände klärt ihr den Übernahmeweg gemeinsam. Atlassian dokumentiert verschiedene Exportformate und weist auf formatabhängige Inhalte sowie Berechtigungen beim Export hin. Ein Exportformat allein ist noch keine Zusage, dass eine andere Anwendung den vollständigen Space samt Historie importiert. Siehe Atlassians Anleitung zum Content-Export.
Copy-and-paste überträgt den Seiteninhalt, nicht automatisch die frühere Versions- und Freigabegeschichte. Welche Originale ihr dafür sichert und wie sie zugeordnet bleiben, behandelt der Belegketten-Check in Teil 3.
3. Änderungen an einer konkreten Version prüfen
Im Kopexa-Versionsreview wird eine konkrete geänderte Fassung geprüft. Reviewer geben ihre Zustimmung oder fordern Änderungen an. Ihre Entscheidung bleibt an dieser Version nachvollziehbar. Entwicklerteams kennen dieses Prinzip auch von Pull Requests.
Für ISMS-Verantwortliche sind dabei drei Fragen wichtig: Welche Fassung liegt zur Prüfung vor? Wer muss entscheiden? Und welche Zustimmungen fehlen noch? Diese Zuordnung verhindert, dass eine lose Nachricht wie „passt für mich“ später ohne erkennbaren Versionsbezug dasteht.

Produktansicht: Reviewer und Fortschritt bleiben am Versionsreview sichtbar.
Ein Beispiel: In eurer Richtlinie zum Umgang mit Arbeitsgeräten ändert sich die Regel für private Geräte. Die verantwortliche Person bearbeitet den Entwurf. Die benannten Reviewer prüfen die Änderung für ihre Zuständigkeit und genehmigen sie oder fordern eine Überarbeitung an. Eine Rückmeldung betrifft damit die konkrete Fassung, die geprüft wurde.

Produktansicht: Eine ausdrückliche Entscheidung für die geprüfte Version.
Legt bei der Übernahme fest, welche Rollen künftig prüfen und wie die erste übernommene Fassung freigegeben wird. Eine heutige Freigabe dokumentiert den heutigen Übergang; ihre ursprüngliche Confluence-Historie bleibt davon unterscheidbar.
4. Neue Version und nächste Inhaltsprüfung getrennt führen
Die Freigabe einer geänderten Version beantwortet: „Darf diese Fassung verwendet werden?“ Die regelmäßige Aktualitätsprüfung fragt: „Passt der bisherige Inhalt noch zu unserer Organisation und Arbeitsweise?“
Kopexa bildet diese beiden Abläufe getrennt ab. Für eine neue Version benennst du Reviewer. Für die Aktualitätsprüfung hinterlegst du Prüfer, Intervall und Termine am Dokument. Letzte und nächste Prüfung bleiben sichtbar; Kopexa erinnert an den anstehenden Termin.
Daraus muss nicht jedes Mal eine neue Fassung entstehen. Ergibt die Inhaltsprüfung keinen Änderungsbedarf, ist das ein anderes Ergebnis als eine geänderte und anschließend freigegebene Version. Entsteht Arbeit, kann sie über verknüpfte Aufgaben koordiniert werden.
Dieser Unterschied sollte schon im Übernahmeplan auftauchen: Legt fest, welche Dokumente zuerst inhaltlich geprüft werden und bei welchen der bestätigte Stand als Ausgangsbasis dient. Eine technische Übernahme entscheidet diese fachliche Frage nicht für euch.
5. Vom freigegebenen Dokument in den Workforce Hub
Mit der Freigabe im Fachteam ist noch nicht beantwortet, wie die Richtlinie die betreffenden Mitarbeitenden erreicht. Im Workforce Hub können Mitarbeitende Richtlinien lesen und bestätigen sowie Wissen prüfen. So wird aus der gepflegten Fassung ein Inhalt, mit dem sie sich beschäftigen können.

Beispielansicht des Workforce Hub: Mitarbeitende sehen ihre vorgesehenen Aufgaben und Inhalte.
Definiert bei der Umstellung, welche Personen welche Richtlinien benötigen und wie ihr relevante Änderungen vermittelt. Prüft den Ablauf mit einer vorgesehenen Mitarbeiterrolle: Ist der richtige Inhalt erreichbar? Ist die Aufgabe verständlich? Ist klar, was bestätigt werden soll?
Eine Lesebestätigung dokumentiert die abgegebene Bestätigung. Wenn ihr Verständnis prüfen möchtet, ergänzt passende Wissensfragen. Wie sich diese Arbeit bei euch organisieren lässt, zeigt die Workforce-Produktseite.
Ein Arbeitsweg statt eines reinen Dateiumzugs
Der Praxistest für die Migration lässt sich an einer Richtlinie durchführen:
- Bestätigte Confluence-Fassung auswählen und Quelle dokumentieren.
- Inhalt übernehmen und problematische Elemente nacharbeiten.
- Verantwortliche und Reviewer festlegen, die übernommene Fassung prüfen lassen.
- Gültige Version und nächsten Aktualitätscheck nachvollziehbar führen.
- Den Inhalt für die vorgesehenen Mitarbeitenden im Workforce Hub prüfen.
Kopexa unterstützt dich bei der Migration. Für strukturierte Daten stehen außerdem CSV-Importwege und eine GraphQL-API zur Verfügung. Welcher Weg für Seiteninhalte, Metadaten und ergänzende Quellen passt, klärt ihr am konkreten Bestand.
Bring für die Planung eine anonymisierte Beispielrichtlinie mit. Zeige daran die aktuelle Freigabe, eine typische Änderung und die gewünschte Zielgruppe. So besprecht ihr den vollständigen Arbeitsweg statt nur den Transfer einer Datei. Die Produktabläufe findest du im Kopexa-Richtlinienmanagement.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Noch eine Frage offen? Hier findest du die Antworten zum Nachlesen.
Müssen wir unsere Richtlinien beim Wechsel aus Confluence neu schreiben?
Nein. Bestehende Inhalte können die Ausgangsbasis sein. Beginne mit einer repräsentativen Seite und prüfe die Übernahme in den Kopexa-Editor. Kontrolliere besonders Tabellen, Bilder, Anhänge, Makros und interne Links, bevor ihr weitere Seiten übernehmt.
Übernimmt Copy-and-paste auch die Confluence-Historie?
Copy-and-paste dient der Übernahme des Seiteninhalts. Frühere Versionen, Kommentare und Freigabeereignisse werden dadurch nicht automatisch zu entsprechenden Ereignissen im Zielsystem. Sichere benötigte Originale und ihre eindeutige Zuordnung zum übernommenen Dokument.
Wie funktioniert der Review einer neuen Version in Kopexa?
Für die zu prüfende Fassung benennst du Reviewer. Sie prüfen den Inhalt und können die Version genehmigen oder Änderungen anfordern. Der Fortschritt zeigt ausstehende Zustimmungen, und Entscheidungen bleiben am Versionsreview sichtbar.
Was unterscheidet Versionsfreigabe und Aktualitätsprüfung?
Die Versionsfreigabe betrifft eine neue oder geänderte Fassung. Die Aktualitätsprüfung beurteilt, ob der bestehende Inhalt noch passt. Kopexa führt dafür Prüfer, Intervall sowie letzte und nächste Prüfung am Dokument; beide Abläufe werden getrennt behandelt.
Müssen wir Confluence vollständig ablösen?
Nein. Ihr könnt ISMS-Richtlinien und relevante Arbeitsanweisungen nach Kopexa übernehmen und Confluence für anderes Teamwissen weiterverwenden. Legt für die übernommenen Inhalte einen verbindlichen Pflegeort fest und prüft Verweise zwischen den Systemen.
Wie erreichen freigegebene Richtlinien die Mitarbeitenden?
Über den Workforce Hub können Mitarbeitende die für sie vorgesehenen Richtlinien lesen und bestätigen sowie Wissen prüfen. Legt Zielgruppen und die gewünschte Vermittlung fest und testet den Arbeitsweg mit einer entsprechenden Mitarbeiterrolle.
Bietet Confluence selbst auch Freigaben an?
Ja. Atlassian beschreibt Approval-Funktionen für Confluence Cloud, deren Verfügbarkeit von Tarif und Einrichtung abhängt. Entscheidend für den Wechsel ist euer benötigter Gesamtprozess aus Richtlinienpflege, Versionsreview, Aktualitätsprüfung und Vermittlung an Mitarbeitende.
Quellen
- Atlassian Support: Export a space's content as Word, PDF, or data files — Atlassian [Abgerufen am ]
- Atlassian Support: Request and manage approvals in Confluence — Atlassian [Abgerufen am ]