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ConnectWise/SkyKick: Euer Backup ist da. Kommt ihr auch daran?

Was die Unterbrechung von ConnectWise Cloud Backup für Microsoft-365-Kunden bedeutet: Tenant-Prüfung, Sicherungslücke und Wiederanlauf getrennt bewerten.

ConnectWise/SkyKick: Euer Backup ist da. Kommt ihr auch daran?
Julian Köhn
|Lesezeit: 4 Minuten

Ein Backup kann unversehrt sein und im entscheidenden Moment trotzdem fehlen: wenn der Zugang zur Wiederherstellung ausfällt. Die Unterbrechung von ConnectWise Cloud Backup, ehemals SkyKick, macht diese Abhängigkeit sichtbar. Für IT-Verantwortliche stehen zwei Aufgaben nebeneinander: den eigenen Microsoft-365-Tenant prüfen und die Wiederherstellungsfähigkeit des Unternehmens beurteilen.

Stand der Herstellerinformationen: 23. Oktober 2026, 14:00 UTC. Die folgende Einordnung trennt den gemeldeten Vorfall von unseren Empfehlungen für den Betrieb.

Was ConnectWise bestätigt

ConnectWise meldet unbefugten Zugriff auf Anwendungszugangsdaten von Cloud Backup. Die erste öffentliche Mitteilung erschien am 16. Oktober. Im Update vom 23. Oktober beschreibt der Anbieter laufende Sicherheitsprüfungen und einen gestaffelten Wiederanlauf: zunächst Zugriff auf bestehende Sicherungen, danach die erneute Anbindung der Dienste. Der genannte Zeitraum ist eine Erwartung unter Prüfungsvorbehalt, keine bestätigte Verfügbarkeit.

Die gespeicherten Archive seien verschlüsselt, isoliert und erhalten; es gebe keine Hinweise auf ihre Kompromittierung. Daraus folgt keine Entwarnung für einzelne Microsoft-365-Tenants. ConnectWise verlangt deren gesonderte Prüfung und weist an, betroffene Verbindungen bis zur passenden Wiederanlaufanweisung deaktiviert zu lassen. Aktueller Herstellerstatus und Untersuchungsleitfaden

Titelbild: Ausschnitt der originalen ConnectWise-Meldungsüberschrift, aufgenommen am 23. Oktober 2026. Das Kopexa-Logo kennzeichnet unsere redaktionelle Einordnung.

Erst klären, wer welchen Tenant untersucht

Ein Dienstleistervertrag beantwortet noch nicht, wer im Vorfall tatsächlich arbeitet. Wenn ihr selbst administriert, benennt eine Person für die Untersuchung. Betreut ein MSP eure Umgebung, lasst euch bestätigen, dass euer Tenant im Prüfumfang enthalten ist und wer euch Ergebnisse sowie offene Fragen zurückmeldet.

Prüft dabei auch frühere Integrationen. Ein gekündigter Vertrag ist kein technischer Nachweis, dass die dazugehörigen Zugänge entfernt wurden. Im Berechtigungskonzept sollten deshalb auch Anwendungsidentitäten einen Verantwortlichen und einen dokumentierten Zweck haben.

ConnectWise stellt einen technischen Untersuchungsleitfaden bereit. Nutzt dessen aktuelle Fassung für die konkrete Incident-Arbeit. Das Abschalten einer Verbindung beseitigt nicht automatisch bereits vorgenommene Änderungen im Tenant. Hier braucht es die Prüfung durch die zuständigen Administratoren oder Incident-Responder, nicht nur einen erledigten Eintrag im Lieferantenticket.

Drei Antworten statt eines grünen Backup-Status

Für eure Betriebsentscheidung würde ich drei Punkte getrennt festhalten:

FrageWas als Nachweis hilftWelche Entscheidung daran hängt
Wie aktuell ist die letzte nutzbare Sicherung?Zeitstempel und gesicherter DatenumfangWelcher Datenverlust wäre bei einem weiteren Ausfall möglich?
Können wir daraus tatsächlich wiederherstellen?Erprobter Zugriff und Restore-ErgebnisIst das zugesagte Wiederanlaufziel noch erreichbar?
Entstehen wieder neue Sicherungen?Erfolgreicher neuer Job mit geprüftem UmfangWächst die Sicherungslücke weiter?

Die Antworten können unterschiedlich ausfallen. Ein erhaltenes Archiv löst keinen fehlgeschlagenen Restore. Ein erreichbares Portal beweist keinen erfolgreichen Sicherungslauf. Und ein neuer Sicherungslauf ersetzt keine Prüfung, ob die zurückgespielten Daten verwendbar sind.

Das unterscheidet diesen Fall von den Angriffen auf AhsayCBS-Backupserver: Hier steht für die Betriebsplanung insbesondere der Zugang über einen externen Dienst im Mittelpunkt.

Entscheiden, was während der Unterbrechung tragbar ist

Nehmt einen konkreten Geschäftsprozess, etwa die Auftragsbearbeitung. Welche Microsoft-365-Daten braucht das Team dafür? Welcher Stand wäre noch brauchbar? Wie lange könnte es ohne Wiederherstellung arbeiten? Diese Antworten gehören in eure Business-Impact-Analyse und in den Notfallplan.

Ein Beispiel zur Prüfung, keine Aussage über betroffene Kunden: Die letzte nutzbare Sicherung liegt drei Tage zurück, der Geschäftsprozess toleriert aber höchstens einen Tag Datenverlust. Dann ist die Lücke bereits größer als geplant, selbst wenn die Anwendung noch läuft. Die Geschäftsverantwortlichen müssen wissen, welche neu entstandenen Daten gefährdet wären und welche befristeten Schutzmaßnahmen möglich sind.

Ein zusätzlicher Export kann einzelne Daten sichern. Er ist erst dann ein belastbarer Ersatz, wenn Umfang, Zugriffsschutz und Rückspielbarkeit geprüft wurden. Unkontrollierte Kopien auf privaten Geräten schaffen neue Risiken. Haltet deshalb Zweck, Speicherort, Verantwortlichen und das Ende der Übergangslösung fest.

Den Wiederanlauf am Ergebnis freigeben

Nach der für euren Dienst geltenden Herstellerfreigabe sollte eine benannte Person die Wiederanbindung begleiten. Prüft danach einen neuen Sicherungslauf und eine repräsentative Wiederherstellung in ein geeignetes Testziel. Lasst den Fachbereich bestätigen, dass die zurückgespielten Inhalte verwendbar sind. Dokumentiert verbliebene Lücken und den nächsten Prüftermin.

In Kopexa könnt ihr die betroffenen Informationswerte und Assets, ihre Risiken und die erforderlichen Maßnahmen zusammenführen. Der Restore-Nachweis gehört an die Maßnahme. So bleibt nachvollziehbar, welche Prüfung die Wiederanlauffreigabe trägt und wer offene Punkte übernimmt. Die technische Untersuchung und die Wiederherstellung erfolgen weiterhin in den jeweiligen Systemen.

Euer nächster Schritt: Lasst euch für einen kritischen Prozess die drei Antworten geben: letzter nutzbarer Datenstand, tatsächlich verfügbarer Restore und letzter erfolgreicher neuer Sicherungslauf. Wo eine Antwort fehlt, braucht ihr einen Verantwortlichen und einen Termin.

Quellen

  1. ConnectWise Trust Center: Cloud Backup — ConnectWise [Abgerufen am ]